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Erinnerung und Bedeutung

zwischen Dynamik und Stabilität

Projektleiter: Prof. Dr. Klaus von Heusinger & Alexander Schellow
Zeitraum: 2012-

Fragestellung des Projekts:

Das Projekt untersucht aus theoretisch linguistischer und aus praktisch künstlerischer Perspektive die Struktur und Prozeduralität von Erinnerung und Bedeutung. Deren Strukturen werden üblicherweise in sehr unterschiedlichen Kontexten und auf der Basis sehr verschiedener oft inkompatibel erscheinender Methoden analysiert. Im Projekt sollen demzufolge nicht nur die Gemeinsamkeiten und Differenzen dieser beiden zentralen Konzepte höherer kognitiver Aktivitäten untersucht, sondern vor allem auch methodische und inhaltliche Erkenntnisse der Untersuchung des einen Konzeptes produktiv-kritisch auf die Analyse des anderen angewendet werden. Darüber hinaus sollen zwei grundsätzlich unterschiedliche Verfahrensweisen zur Anwendung kommen: Einerseits die sprachwissenschaftliche Analyse und Reflexion über den Begriff Bedeutung und andererseits ein künstlerischer und prozeduraler Umgang mit Erinnerung. Während Bedeutung in der Sprachwissenschaft eher als stabiles Gebilde aufgefasst wird, lässt sich Erinnerung als dynamische und sich permanent verändernde Gestalt bearbeiten, indem sie sich in die Spuren eines künstlerischen Prozesses einschreibt. Bei genauerer Betrachtung wird jedoch deutlich, dass Bedeutung auch immer dynamisch sein muss, sowohl in der synchronen Variation wie auch der diachronen Veränderung. Gleichzeitig müssen für Erinnerung mindestens temporär stabile Elemente angenommen werden, die z.B. in der Relation zwischen erinnerten Objekten oder Wahrnehmungen bestehen können. Damit will das Projekt aus einer doppelten Spannung eine neue und im Bewusstsein der Differenzen vor allem gemeinsame Perspektive entwickeln: Dynamik von Erinnerung vs. Stabilität von Bedeutung einerseits und der theoretisch-reflexive Ansatz der Linguistik vs. den praktischen, prozeduralen Ansatz eines künstlerischen Verfahrens andererseits.

 Projektpartner

Klaus von Heusinger ist Professor für Allgemeine und Germanistische Sprachwissenschaft und Direktor des Forschungsverbundes Sprachwissenschaft und Kognition an der Universität Stuttgart. Seine Forschungsgebiete umfassen besonders Semantik, Pragmatik und die Grundlagen der Sprachwissenschaft aus sprachvergleichender Perspektive.

Alexander Schellow hat an der Universität der Künste Berlin und der Glasgow School of Arts studiert und beschäftigt sich seit 1999 kontinuierlich mit dem Verfahren zeichnerischer Erinnerungsrekonstruktion in Zeichnungsserien, Animationen, Installationen, lectures, Performances, Buchpublikationen. Er arbeitet auf der Basis dieser Praxis mit Wissenschaftlern und Künstlern verschiedener Felder zusammen.